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Bericht über die Abifahrt 2009 vom 21. Juli 2010 bis 29. Juli 2010
Abfahrt, Ankunft und Tag 1
Dass die Abifahrt für den letzten G9-Jahrgang unvergleichlich, umwerfend, unvergesslich und wohl auch ziemlich lustig werden sollte, war uns wahrscheinlich bereits klar, als gut ein dreiviertel Jahr vor der Abifahrt zur großen Reise die Teilnahmebedingungen ausgeteilt wurden. Punkt 6 sorgte für allgemeine Heiterkeit, als da zu lesen war, „die weiblichen Teilnehmerinnen wurden gebeten, auf dessousähnliche Freizeitbekleidung zu verzichten“ – woran Herr Ferschl da wohl gedacht hat?
Gut gelaunt sind wir am Mittwoch Abend an der Schule weggefahren und haben uns auf die lange Reise ins wunderschöne Sorrent am Golf von Neapel gemacht. Begleitet wurde Baba Ferschls Elite-Truppe aus etwas mehr als 30 Kollegiaten von der bezaubernden Frau Lankes und der umwerfenden Frau Bücherl. Als man nach 17 Stunden Busfahrt „nur noch mal durch Neapel und um ein paar Kurven“ fahren musste, war unser Campingplatz mit dem überaus melodischen Namen „Nube D’argento“ bereits zum greifen nahe. Nach der Zimmerverteilung – die Jungs in unschlagbarer Unterzahl von gerade einmal 8 Leuten durften selbstverständlich die Villa beziehen – lud Herr Ferschl zu einem kleinen Spaziergang zur Villa Polio und dem dahinter liegenden Steinstrand ein (die Steine waren für die vielen Füße ohne Badeschuhe manchmal wohl etwas zu scharf). Nach dem tollen italienischen Abendessen stand uns die Abendgestaltung frei.
Tag 2
Da eine Abifahrt auch einiges an Kultur lehren sollte, legten wir am Freitag morgen gut gelaunt und (fast) ausgeschlafen gleich mit einer wirklich sehenswerten Attraktion los. Pompei stand auf dem Programm, die Stadt, die 79 nach Christus durch den Vesuv-Ausbruch fast gänzlich mit Asche verschüttet wurde. Die liebevollen Ausgrabungen machten den Ausflug durch die uralten römischen Gassen zu einem einmaligen Erlebnis. Über das große Forum zu laufen war ebenso reizvoll wie (vielleicht nicht ganz legal) durch die unzähligen ausgegrabenen Häuser zu klettern. Einzig nachteilig für einen solchen Ausflug waren wohl die gefühlten 40° C – doch wir wollen uns ja nicht beschweren, schließlich sind wir in Italien im Hochsommer!
Nach diesem kleinen Ausflug war genügend Zeit für Strand und Pool – oder einfach nur zum schlafen, um die Defizite der letzten Nacht auszugleichen, oder einfach schon mal für die folgende vorzulegen.
Tag 3
Eine Stadt, die eigentlich nur durch ihren Müll und die Maffia bekannt ist. Eine italienische Metropole, die sowohl die heilige Madonna, als auch Diego Maradonna, verehrt. Die Rede ist von Neapel, unserem Ziel am Samstag. Leider blieb Herr Ferschls eigener vorbereiteter Stadtplan meist zu hause am Campingplatz, weshalb viele nur die heruntergekommenen und alten Straßen, von Müll übersäht und Autos verstopft zu sehen bekamen. Doch neben diesen Schattenseiten konnte man auch einige interessante Sehenswürdigkeiten bestaunen. Das neapolitanische Nationalmuseum – im Vergleich zu deutschen Museen vielleicht etwas spärlich ausgestattet – war nach einem anstrengenden Stadtrundgang aber nur noch ein Programmpunkt von kurzer Dauer. Sicherlich ein Highlight waren die wohl besten Cappucchinos der Welt, die man sowohl in den Gassen Neapels als auch im österreichischen Cafehaus an der Piazza del Pebiscito genießen konnte.
Tag 4
Kleine Planänderung am Tag 4. Ursprünglich sollte Paestum folgen, aus organisatorischen Gründen stand Capri am Programm. Ob die Schifffahrt zur (gewiss) schönen Insel zwei Tage später für so manch einen erträglicher gewesen wäre, oder ob es einen Unterschied gemacht hätte, ob man einen Tag zuvor vielleicht eine Stunde früher schlafen gegangen wäre, ist im Nachhinein wohl nicht mehr festzustellen. Aber da selbst der Magen unserer „bravsten“ Teilnehmern das große Seefahrerspielchen nicht mitmachen wollte, sind wohl doch die hohen Wellen daran schuld gewesen, dass die Hälfte der Kollegiaten lieber am Strand von Capri liegen blieb, als dem Herrn Ferschl einem Inselrundgang zu folgen. Ansonsten war es sicherlich ein schöner Tag, der mit ebenso einem schönen Abend ausklang.
Tag 5
Die ABifahrt neigte sich dem Ende entgegen, doch am Montag stand nochmals ein sehr interessanter Kulturpunkt an. Zuerst besuchten wir Herculaneum, eine Stadt, die zwar nicht so groß wie Pompei ist, jedoch von ihrer Art und Geschichte verglichen werden kann. Anschließend bewies unser Busfahrer, dass er sich den Führerschein wirklich verdient hatte, in dem er uns durch die vielen Serpentinen bis fast an die Spitze des Vesuvs fuhr. Dieser Vulkan war für manche so spektakulär, dass es kaum möglich war, sich vorzustellen, wie dieser Berg kurz vor seinem Ausbruch 79 nach Christus ausgesehen hatte. Noch dazu kam, dass das Kraterloch, das zu besichtigen war, bereits rießig war, aber nur aus dem 18. Jhd. stammte. Der Vesuv – ein Ort, den man auf jeden Fall gesehen haben muss.
Tag 6
Der letzte Tag vor unserer Abfahrt sollte noch mal entspannend werden. Wir besuchten das Paestum, eine ehemals griechische Kolonie, von der noch einige Tempel sehr gut erhalten sind. Anschließend fuhren wir noch ans Meer und genossen zur Abwechslung mal einen Sandstrand, wo es doch in Sorrent fast nur Steine am Wasser gab. Den Abend nutzten wir nochmals um unsere unvergessliche Fahrt ausklingen zu lassen. Sicherlich spielte manch einer auch mit dem Hintergedanken, dass er müde genug sein wollte, wenn am nächsten Tag 19 Stunden Busfahrt anstehen, als er erst in den frühen Morgenstunden den Weg ins warme Bettchen fand.
Letzter Tag, Abfahrt und Ankunft in Amberg
Am Mittwoch traten wir dann um 13.00 Uhr die Rückfahrt an. Auf dem Weg durch Italien statteten wir dem Kloster Monte Cassino einen Besuch ab, wo sich noch jeder für Eltern, Geschwister und Freunde/-innen mit reichlich Souveniren ausstatten konnte. Dann schlossen die meisten bald ihre Augen und öffneten sie erst wieder, als wir nach einer Woche im heissen Italien im 16° C kalten Amberg aus dem Bus stiegen.
Eine unvergessliche Woche lag hinter uns. Eine wundervolle Zeit, die wir vor unserer gemeinsamen Reifeprüfung nochmals miteinander verbringen durften (manchmal vielleicht noch nicht ganz so reif wie erwartet). Wir danken unseren Lehrerinnen Frau Bücherl und Frau Lankes für die schöne Woche und möchten ganz besonders unseren Herrn Ferschl hervorheben. Wir hatten das Glück und das große Vergnügen als letzte Kollegiaten des ausstebenden G9 Systems den besten Reiseleiter der Welt auf seiner letzten großen Abifahrt ins wunderschöne Sorrent am Golf von Neapel zu begleiten.
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