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Bericht über das Sozialpraktikum

der Klasse 10d

vom 5. – 9. 07. 2010

 

Montag war mein erster Tag im Krankenhaus Amberg. Mein Dienst begann um 8.00 Uhr. Ich traf mich mit den anderen fünf Praktikanten vor dem Personalbüro von Frau Ebensberger. Dort mussten wir zahlreiche Formulare ausfüllen und unterschreiben und wir bekamen unser Namensschild, das wir die ganze Woche tragen mussten. Zusätzlich erhielten wir einen Gutschein, mit dem wir fünfmal kostenlos in der Kantine zu Mittag essen durften.

Von Frau Solka wurden wir noch ein wenig über unser Praktikum informiert und sie zeigte uns die richtige Desinfizierung der Hände. Mit ihr machten wir anschließend einen Rundgang durch das Krankenhaus, bei dem wir zuerst in der Wäscherei unsere Dienstkleidung abholten, welche Pflicht war zu tragen. Bei dem Rundgang wurde jeder Praktikant einer anderen Station zugeteilt. Ich wurde auf Station E1 gebracht, auf der ich meine komplette Praktikumswoche verbrachte. Die Station E1 beschäftigt sich hauptsächlich mit HNO-, Augen-, Kiefer-, Lungen- und Herzkrankheiten.

Meine Station hatte zu dem Zeitpunkt dreizehn besetzte Zimmer mit jeweils zwei Patienten, bei denen ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus geplant war. Da die Station jeden Dienstag und Mittwoch Augen-OPs durchführt, bei denen keine Übernachtung und Beobachtung der Patienten notwendig ist, hatten wir sehr viele ambulante Patienten.

Von den Schwestern meiner Station wurde ich freundlich empfangen und aufgenommen.

Auf meiner Station waren insgesamt acht ausgebildete Kranken- und Gesundheitspflegerinnen und zwei Azubis im ersten Lehrjahr. Da im Krankenhaus verschiedene Schichten gearbeitet werden, waren vormittags immer nur die Hälfte der Krankenschwestern im Dienst-

Meine erste Aufgabe am Montag war es mit einer Schülerin, die im ersten Lehrjahr ist, durch die Zimmer zu gehen, die Tische und Nachtkästchen abzuwischen und die Betten aufzuschütteln, oder neu zu beziehen.

Anschließend schauten wir nach dem Wohl der Patienten, wir brachten ihnen frischen Tee, oder Wasser, legten die unbeweglichen Patienten auf die andere Seite, sodass keine Legewunden entstehen können, halfen ihnen beim Umziehen, oder begleiteten sie beim Gang zur Toilette. Viele ältere Patienten brauchten auch einfach nur einen Gesprächspartner, der ihnen zuhört. Ich bin oft nur in einem Patientenzimmer gesessen und habe den oft schon sehr sehr alten Patienten zugehört. Diese waren darüber überglücklich, da sonst niemand die Zeit fand sich so ausgiebig mit ihnen zu beschäftigen.

Gegen 11.00 Uhr kam das Mittagessen, dass ich an die Kranken austeilen durfte. Einige ältere Kranke waren nicht mehr in der Lage selbstständig zu essen und es war meine Aufgabe sie zu füttern. Mir tat wirklich das Herz weh, als ich die kranken und hilflosen Leute in ihren Betten liegen sah und sie nicht einmal mehr selber essen konnten. Ich freute mich jedoch total, wenn ein dankbares Lächeln auf den Gesichtern der Patienten auftauchte, denn man konnte sie mit den kleinsten Dingen begeistern.

Von 11.30 – 12.30 Uhr hatte ich Mittagspause. Ich ging in die Kantine, wo ich meistens auch die anderen Praktikanten antraf und wo wir immer zusammen aßen. Das Essen in der Kantine war lecker und noch dazu kostenlos. In dieser Pause tauschten wir untereinander immer die neuesten Erlebnisse des Tages aus.

Nach meiner Mittagspause waren auch die Patienten fertig mit ihrem Mittagessen. Ich sammelte die Tabletts mit den leeren Tellern wieder ein und stellte sie in den großen Essenswagen im Flur, der abgeholt wurde, wenn er voll war. Um 13.30 Uhr war Schichtwechsel und Übergabe. Alle Schwestern setzten sich in ihrer Küche an den Tisch und redeten über die Patienten. Sie teilten den anderen Schwester, die jetzt arbeiten mussten, alle Neuigkeiten und Beobachtungen bezüglich der Patienten mit. Sie beschrieben ihnen genauestens die Entwicklung der Patienten im Verlauf des Tages.

Das muss gemacht werden, damit die Schwestern der neuen Schicht über alles bescheid wissen. Die Übergabe ging immer recht lustig zu: Wir tranken Kaffee und aßen Kuchen und lachten sehr viel. Teilweise schockte mich jedoch die Abgebrühtheit der Schwestern. Sie zeigten nur wenig Gefühle oder Mitleid gegenüber den Patienten und machten sich teilweise sogar lustig über sie. Die Krankheiten oder Schmerzen der Patienten betrachteten sich als das Normalste von der Welt, was ich nicht verstehen konnte. In diesen Beruf braucht man bestimmt eine harte Schale und einem dürfen die Probleme der anderen nicht zu nahe gehen, aber was ich dort mitbekommen habe, hat mich wirklich geschockt. Doch auch ich bin in dieser Woche abgehärtet worden und habe gelernt diese Arbeit als meinen „Job“ zu sehen, was sich später noch zeigte.

Nach der Übergabe ging eine Schicht Krankenschwestern nach Hause und mit der anderen Schicht habe ich dann weitergearbeitet. So gegen 14.15 Uhr konnte ich an die Patienten und deren Besucher Kaffee austeilen. Ich musste immer aufpassen, da manche Patienten nüchtern bleiben mussten und deshalb keine Nahrung aufnehmen durften. Um 15.00 Uhr war mein erster Praktikumstag zu Ende und ich durfte nach Hause gehen.

 

Dienstag war wesentlich mehr Arbeit als Montag. Es war OP-Tag auf meiner Station und wir bekamen viele stationäre Neuzugänge, aber auch viele ambulante Patienten. Bei allen wurde etwas am Auge operiert, die häufigste Behandlung war die Grau-, oder Grünstarbehandlung. Zuerst wurde den Patienten Blutdruck gemessen und, falls jemand Diabetiker war auch Blut abgenommen. Anschließend wurde ihm das zu operierende Auge eine Lösung getropft, die die Pupille weitete. Ich durfte die Patienten dann auf ihr Zimmer begleiten, denn dort mussten sie noch eine Beruhigungstablette nehmen und warten, bis sie von unserer Station abgeholt wurden. Wenn es dann soweit war, schob ich sie in den OP-Saal. Die Patienten trugen während ihrer OP ein steriles OP-Hemd und eine OP-Haube. Eine OP dauerte immer zwischen 30-60 Minuten. Nachdem die Patienten fertig waren, holten wir sie wieder ab und brachten sie auf unsere Station zurück. Dort bekamen sie dann noch ein Mittagessen und hatten noch ein wenig Zeit sich auszuruhen. Der Stationsarzt kam anschließend zur Visite vorbei, um zu entscheiden, ob der Patient am selben Tag wieder nach Hause darf, oder eine Nacht stationär bleiben muss.

Ansonsten waren meine Aufgaben immer die selben:

Tische und Nachtkästchen abwischen, Betten machen und neu beziehen und die Patienten versorgen etc …

Ab und zu musste ich auch in das Labor ins Erdgeschoss laufen, um die Blut- und Urinproben der Patienten abzugeben und auswerten zu lassen.

 

Auch Mittwoch war wieder OP-Tag und mein Tagesablauf verlief genauso wie am Dienstag und ich hatte die selben Aufgaben wie in den vergangenen Tagen.

 

 

Donnerstag kam ich morgens auf meine Station und die Stimmung war sehr gedrückt. Nachdem ich mich umgezogen hatte, kam eine Schwester auf mich zu und berichtete mir, dass eine Patientin gestorben war. Die Frau war 82 Jahre alt, sie war sehr schwach und es ging ihr im Laufe der Woche immer schlechter und ihr Tod war absehbar gewesen. Trotz alledem war es für die Schwestern, aber besonders für mich ein Schock. Genau diese Frau hatte ich die ganze Woche noch versorgt und gefüttert. Im ersten Moment wusste ich nicht was ich sagen sollte. Gemeinsam mit einer anderen Schwester betrat ich vorsichtig das Zimmer. Die tote Frau lag immer noch in ihrem Krankenbett, umgeben von ihren trauernden Angehörigen. Diese hatten vier Stunden Zeit sich von ihr zu verabschieden – in diese Zeit durften wir das Zimmer nicht mehr betreten. Anschließend wurde die Leiche zugedeckt und mit ihrem Bett in die Pathologie gebracht.

Am späten Vormittag ging ich mit einer 91-jährigen Dame, die jedoch noch relativ fit war, ein bisschen durchs Krankenhaus spazieren und unterhielt mich mit ihr.

 

Freitag war leider schon mein letzter Praktikumstag. Am Morgen hatte ich wieder die selben Aufgaben wie jeden Tag. Im Laufe des Tages wurden jedoch sehr sehr viele Patienten entlassen und die Zimmer leerten sich. Zusammen mit einer anderen Schwester räumte ich die Betten und die Nachtkästchen aus den Zimmern und reinigte sie. Solche Arbeiten mussten immer mit Handschuhen verrichtet werden. Anschließend stellten wir wieder frisch geputzte Betten und Nachtkästchen in die Patientenzimmer. Am späten Nachmittag wurde ich von meinen Stationskolleginnen herzlich und freundschaftlich verabschiedet und kann nun auf eine Woche voller neuer Eindrücke und Erfahrungen zurückblicken.

 

Von Annalena Schulz

 
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