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Kluge - Freischütz - Fidelio (13./14.07.) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Hösl   
Mittwoch, 21. Juli 2010 um 16:05 Uhr

Es ist schon zur Institution geworden:

Das „Musiktheater Animato“ aus Wien gibt sich die Ehre - am 13. und 14. Juli war es  soweit.

Und in diesem Jahr waren auch wieder die 6. Klassen des Erasmus-Gymnasiums zu Besuch am MRG, um eine Opernaufführung im Festsaal zu hören.

Zwei Akteure, eine Frau und ein Mann sind in Personalunion Sänger, Schauspieler, Pädagoge und Unterhalter,  und sie spielten für die 5. Klassen die Oper „Die Kluge“ von Carl Orff, für die 6. Klassen die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber und für die 7. und 8. Klassen „Beethoven und sein Fidelio“, wobei es hier nicht nur um die Oper ging, sondern auch um Leben und Lebensumstände des Komponisten Beethoven.

Aber auf der Bühne standen nicht nur die zwei Theaterleute, nein, sie haben die Schüler mit in das Geschehen einbezogen, wichtige Hauptrollen wurden aus den Zuhörerreihen besetzt.

Geheimnisvoll, tragisch, düster und spannungsreich ging es in der Wolfsschluchtszene zu, beeindruckend war die Klugheit der Bauerstochter, prachtvolle Kostüme gab es im Fidelio.
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Diabolus in musica

„Samiel, Samiel, komm herbei!“ …. Gruselig und unheimlich geht es zu im Festsaal des Max-Reger-Gymnasiums: Irrlichter = Taschenlampen funkeln an die Decke des verdunkelten Saals, Pferdegetrappel ertönt = die Füße aller Schüler trappeln auf den Boden, ein schwarzer Wildschweineber rast über die Bühne = ein kleiner Frischling aus Holz mit schwarzem Kopftuch auf einem Skateboard wird von zwei Schülern hin- und hergeschubst, schwarze Raben = Schüler mit schwarzen Tüchern schwirren um den Bösewicht Kaspar. Äste ächzen und knarzen im dunklen Wald, eine „Ratsche“ erzeugt diese Geräusche. Dazu ertönt der Tritonus, der „diabolus in musica“, also der Teufel in der Musik. Der Komponist Carl Maria von Weber charakterisiert mit diesem Akkord Samiel, den bösen Geist in der Oper „Der Freischütz“, mit dessen Hilfe die Jägerburschen Kaspar und Max Freikugeln gießen…..Ob das alles gut ausgeht?

Max, der Agathe durch einen Probeschuss gewinnen will und muss, und zugleich auch die Försterei erbt…Eindrucksvoll wurden diese Rollen von den Schülern aus dem Stegreif gespielt: Agathe muss in Ohnmacht sinken, Max fällt ebenfalls zu Boden, Brautjungfern tanzen und singen….und natürlich geht die Geschichte gut aus.

Meisterlich verstanden es die Künstler des Musiktheaters aus Österreich die Schüler aller Altersstufen in die Opern einzubeziehen.

Mit einfachsten Mitteln, mit entsprechend schönen Kostümen verwandelten sich die Schüler in Jäger und Könige, in Eselmann und „die Kluge“, in Gouverneur, Gefängnisgehilfen und verkleideten „Fidelio“ alias „Leonore.

Und natürlich braucht man auch einen Regisseur und Dirigenten.

Und ganz nebenbei erzählten die zwei Künstler den Kindern etwas über die Komponisten, das schwierige Leben des Ludwig van Beethoven, der erst durch seinen ehrgeizigen Vater, dann durch sein Hörleiden geplagt war. Thema war auch die Zeit der „Romantik“, die Oper als solche und was da alles dazugehört (Siehe oben: Regisseur und Dirigent)

Welche Gefühle stellen sich ein beim Klang der Waldhörner? Ja natürlich: Ruhe, Wald Jagd. In der Oper „Die Kluge“ tanzen die Bauern. Und flugs fand sich so mancher Schüler zu seiner Überraschung auf der Bühne wieder, zu seiner noch größeren Verblüffung konnte er plötzlich -  dank der Anleitung der Opernleute  - sogar im Takt eines Bauerntanzes seine Schritte machen.

Einfache Requisiten verwandelten in die Hauptpersonen der Oper: Grau ist der Esel, also bekommt der Eselmann einen grauen Umhang. Der König hatte seinem Stand entsprechend einen festlicheren purpurroten Umhang.

Die Stimmung im Festsaal und das schauspielerische Gelingen der Akteure aus den Reihen der Schüler war dem Elan undXX pädagogischen Geschick der zwei Theaterleute zu verdanken, die Opern waren einfach – um im Jargon der Jugendlichen zu sprechen – super rübergebracht.

Eine Gemeinschaftsaktion darf natürlich nicht fehlen, und so wurde in jeder Vorstellung gemeinsam ein Lied „geschmettert“: das der Strolche in der „Klugen“, der Jäger im „Freischütz“ und die allbekannte Europahymne „Freude schöner Götterfunken“, die aus der Feder von Ludwig van Beethoven stammt.

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 23. September 2010 um 18:39 Uhr
 
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