|
Studienfahrt der Klasse 7b nach Regensburg
Die Welt der Antike ist faszinierend – bis heute! Unsagbar viele Ideen und zivilisatorische Errungenschaften verdanken wir der Genialität der Römer. Im Gymnasium steht der Erwerb der lateinischen Sprache im Vordergrund, als unverzichtbares Mittel, die geistige Welt der römischen Antike als Wurzel unserer europäischen Kultur zu durchdringen. Dabei müssen (leider) viele interessante Fragen, die das tägliche Leben in Rom und den römischen Provinzen betreffen, in den Hintergrund treten: Wie wohnten die Römer? Was stand auf der Speisekarte einer „gutbürgerlichen“ taberna? Was trug der ehrwürdige Senator, was die modebewusste Römerin aus der Highsociety? Mussten römische Teenies in die Schule?
Diese und viele weitere spannenden Fragen haben die Lateinschüler der Klasse 7b gemeinsam mit ihren Lehrern OStRin Treese und StR Meier geklärt, und zwar in situ: An den Iden des März ging es mit der ferrivia (Eisenbahn) nach Regensburg. Im dortigen Historischen Museum tauchten unsere „kleinen“ Lateiner handlungsorientiert und praxisbezogen in den römischen Alltag ein. In fünf Stationen einer interaktiven Museumsführung (in Kooperation mit der Agentur für Geschichte und Kultur „Cultheca Regensburg“) erklärten sich die Schüler gegenseitig in arbeitsteiligen Kleingruppen zentrale Lebensfelder der Römer: Die erste Gruppe gab einen Einblick in das antike Bauwesen und demonstrierte in einem waghalsigen Selbstversuch die Stabilität eines römischen Rundbogens. Weiter ging es mit dem Götter- und Tempelkult, wie ihn römische Legionäre in Castra Regina eingeführt haben; besonders Merkur, der Gott des Handels, war den Regensburger Römern wichtig – dass Mercurius auch der Gott der Diebe ist, mag ein etwas fragwürdiges Licht auf die römischen Soldaten werfen. In der Abteilung Handel und Geldwesen erklärten die Schüler, welche Im- und Exportgüter am Regensburger Hafen verschifft wurden. Anhand antiker Münzen beleuchteten sie zudem die herausgehobene Stellung Regensburgs als militärischen Hauptstützpunkt der Provinz Raetia. Bei der Station Wohnen und Essen wurde der Aufbau eines Römerhauses vorgestellt, das sogar über ein hypocaustum (Fußbodenheizung) verfügte und auch sonst einigen Luxus in sich barg: nobles Tafelgeschirr gehörte natürlich auch dazu. Leider gelang es unseren Schülern nicht, nach dem mos maiorum mit Feuersteinen auch nur ein paar Funken zu produzieren – die Küche wäre kalt geblieben! Abschließend kam die Station „Schule in der Antike“. Die Meinungen waren eindeutig: Moderne Lateinschüler haben es gut! Zwar hat nicht mehr jeder Sprössling einen paedagogus, einen Sklaven also, der lediglich dazu dient, den filius in den Unterricht zu bringen und wieder abzuholen, aber dafür haben sich die „erzieherischen Maßnahmen“ doch deutlich zugunsten der Pennäler weiterentwickelt; und auch Heft und Füller (inkl. Tintentod) sind den sperrigen codices samt stilus doch vorzuziehen!
Nach diesen mit viel Engagement jedes einzelnen Schülers erarbeiteten und präsentierten Stationen ging es zu den Workshops – Verzeihung, den officinae natürlich! Hier probierten unsere Lateiner den „neuesten“ Style der römischen Modewelt aus: Schicke tunicae und coole togae – nur dass die RömerInnen stets ohne Slip das Haus verließen, stieß auf Empörung. Ebenso die Kosmetischen Gewohnheiten in der römischen Oberschicht: Zähneputzen mit Urin und Lidschatten aus Kohle? – Delirant isti Romani! Das haben wir dann auch besser nicht ausprobiert... Viel lieber die Spiele, mit denen sich römische Teenies mangels Playstation und iPod ihre Zeit vertrieben.
Die Einblicke in die vita Romana waren faszinierend und instruktiv und machten Lust auf mehr, aber auch Hunger! Nach drei Stunden Römeralltag gab es nur noch einen Wunsch: ein isicium Hamburgense! Na klar: einen Hamburger! 
|