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Geschrieben von: Michael Meier
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Drama in education – Workshop mit Prof. Dr. Herta-Elisabeth Renk
Wege zum Verständnis antiker Texte im P-Seminar Latein "Latinitas viva"

„Das Sein bestimmt das Spiel.“ – So die Grundannahme des von der Rezeptionsästhetik abgeleiteten methodischen Zugriffs, nach der individuelle Spielprozesse als Simulationen (fiktionaler) Wirklichkeiten für einen interpretativen Zugang zu einem literarischen Werk nutzbar gemacht werden bzw. bereits selbst diesen interpretativen Kern darstellen. Mit Professor Dr. Herta-Elisabeth Renk hat sich das P-Seminar Latein „Latinitas viva“ eine Expertin ersten Ranges an das Max-Reger-Gymnasium geholt: Die in München geborene Literatur- und Theaterwissenschaftlerin brachte die Konzeption des britischen drama in education in den sechziger Jahren nach Deutschland und verband diese Idee mit dem reformpädagogischen Ansatz des szenischen Spiels zur „Lernimprovisation“. Als Hochschullehrerin in Washington, Paris/Nanterre, der University of Southern California, der Arizona State University und als ordentliche Professorin an der Katholischen Universität Eichstätt entwickelte sie mit Studenten und professionellen Theaterleuten Methoden, Wege zur eigenen Rolle und zur eigenen Interpretation literarischer Situationen im Spielprozess zu finden. In einem ganztägigen Workshop konnten die Schüler des Latein-Seminars mit Professor Renk arbeiten: Das Projektthema besteht darin, aus der Cena Trimalchionis, einer Episode aus dem Romanfragment Satyricon des römischen Autors Petron (14-66 n. Chr.), einen lateinischen Kurzfilm zu erstellen, der über ein bloßes „In-Szene-Setzen“ des antiken Textes hinausgeht. Mit Renks Methoden („projizierte Aktionen“, „Sicherung des emotionalen Engagements“, „Wechsel von Spiel und Reflexion“) gelangten die Schüler zu weitreichenden Erkenntnissen darüber, was sie eigentlich dem antiken Text in ihrer Zeit als Botschaft von existenzieller Bedeutung entnehmen können. Diese besonders intensive und auch emotional herausfordernde Arbeit war für die Schüler gewiss etwas völlig Neues. Alle Teilnehmer des Workshops zeigten sich aber - oder gerade deshalb - fasziniert von dieser Form von Literaturarbeit und nahmen wesentliche Erkenntnisse über Petrons Text und auch über sich selbst mit zurück in ihren Schulalltag.
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 12. Januar 2012 um 16:00 Uhr |